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Der Templerorden
Der Templerorden (auch die Templer, Tempelritter
oder Tempelherren genannt; ca. 1118 - ca. 1312)
war bei seiner Gründung um 1118 der erste
geistliche Ritterorden, der in Folge des Ersten
Kreuzzugs entstand. Sein voller Name lautete Arme
Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels
zu Jerusalem (Pauperes commilitones Christi
templique Salomonici Hierosalemitanis). Der Orden
vereinte die Ideale des adligen Rittertums mit
denen der Mönche, zweier Stände, die bis dahin
streng getrennt waren.

Der Name „Arme Ritterschaft Christi und des
salomonischen Tempels“ rührt von dem Umstand her,
dass König Balduin dem Orden einen Flügel seines
Palastes, der heutigen Al-Aqsa-Moschee, davor
Basilika St. Maria auf dem Tempelberg in
Jerusalem, als Quartier angeboten hatte, welcher
auf den Grundmauern des salomonischen Tempels
gebaut worden war.
Die Ereignisse der frühen Jahre des Templerordens
sind historisch nicht endgültig festzustellen. Die
wichtigste diesbezügliche Quelle stellt der
Bericht des Erzbischofs Wilhelm von Tyrus dar.
Wilhelm war allerdings um 1130 geboren worden und
war somit kein Augenzeuge oder Zeitgenosse.
Weitere Schilderungen stammen von Jakob von Vitry,
der im frühen 13. Jahrhundert Bischof von Akkon
war.
Das genaue Gründungsdatum des Ordens ist nicht
bekannt. Es dürfte aber zwischen 1118 und 1121
liegen. Schwierigkeiten der Datierung beruhen auf
dem zeitgenössischen Stil der Urkunden. Das Konzil
von Troyes, in dessen Rahmen die erste urkundliche
Erwähnung fällt, ist zeitgenössisch für den Januar
1128 verbrieft. Allerdings wurden damals in
Südfrankreich die Urkunden im sogenannten Stil
Mariä Verkündigung datiert, in dem der
Jahresbeginn am 25. März begangen wird, so dass
der urkundliche 13. Januar 1128 wahrscheinlich der
13. Januar 1129 nach heutiger Zeitrechnung war.
Diese Deutung ist, wie fast alles in der frühen
Ordensgeschichte, nicht unumstritten. In der
betreffenden Urkunde wird vom neunten
Gründungsjahr gesprochen, was mit der oben
genannten Einschränkung auf eine Gründung im Jahre
1119 oder 1120 schließen lässt.
Zu dieser Zeit war Jerusalem ein Anziehungspunkt
für viele Pilger und Abenteurer aus Europa. Kurz
nach dem ersten Kreuzzug stand der Seeweg offen.
Die Straßen von der Küste ins Landesinnere waren
jedoch sehr unsicher. Die zahlreichen Pilger in
den bergigen Regionen der Strecke von Jaffa über
Ramla nach Jerusalem zogen Räuber an. Der Großteil
des Kreuzritter-Heeres war nach Europa
zurückgekehrt, weshalb kaum Schutz vor Überfällen
bestand. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren es
Hugo von Payens, Gottfried von Saint-Omer und
sieben weitere französische Ritter, die daher
einen Orden gründeten, dessen Aufgabe es sein
sollte, die Straßen des heiligen Landes für die
christlichen Reisenden zu sichern. Die Ritter
legten vor dem Patriarchen von Jerusalem ein
Ordensgelübde ab. Neben den „klassischen“
Gelübden, die sich auf Armut, Keuschheit und
Gehorsam bezogen, verpflichteten sich die
Ordensbrüder jedoch zudem, den Schutz der Pilger
sicherzustellen.
Als weitere Gründungsmitglieder gelten neben Hugo
von Payens und Gottfried von Saint-Omer auch
Andreas von Montbard (ein Onkel Bernhards von
Clairvaux), Gundomar, Gudfried, Roland, Payen von
Montdidier, Gottfried Bisol und Archibald von
Saint-Amand. Die frühe Ordensbezeichnung lautete
Paupere Militie Christi (Arme Ritter Christi). Der
neue König von Jerusalem, Balduin II., überließ
den Templern im Jahre 1119 die Gebäude seines
ehemaligen Palastes, die auf dem Gelände des alten
Tempels Salomons erbaut gewesen sein sollen. Er
selbst bezog einen neugebauten Palast beim
Davidsturm. Der Orden nannte sich daraufhin
Pauperes commilitones Christi templique Salomonici
Hierosalemitanis (Arme Ritter Christi und des
Tempels von Salomon zu Jerusalem), woraus sich
dann die heute üblichen Namensgebungen Templer,
Tempelritter, Tempelherren bzw. Templerorden
ableiten.
Quelle:
Templer Komthurey Frankfurt am Main |