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A. V. Rochus II. von Montfort

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Kreuzzüge

Die Kreuzzüge der christlichen Völker des Abendlands waren strategisch, religiös und wirtschaftlich motivierte Kriege. Im engeren Sinne werden unter den Kreuzzügen nur die Orientkreuzzüge verstanden, die sich gegen die muslimischen Staaten im Nahen Osten richteten. In einem erweiterten Sinne werden auch die Feldzüge gegen nicht christianisierte Völker wie Wenden, Finnen und Balten, gegen Ketzer wie die Albighenser und gegen die Ostkirche dazu gezählt.

Dem Ersten Kreuzzug war ein Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos um militärische Unterstützung gegen die Seldschuken vorausgegangen. Dies löste den Aufruf Papst Urbans II. 1095 in Clermont aus, der zur Befreiung Jerusalems und des „Heiligen Landes“ aus der Hand der Muslime aufforderte, mehr als acht Jahrzehnte, nachdem es in der Regierungszeit des fatimidischen Kalifen al-Hakim 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche gekommen war, eines der größten Heiligtümer des Christentums.

Nachdem ein Kreuzfahrerheer 1099 Jerusalem erobert hatte, wurden in Outremer insgesamt vier Kreuzfahrerstaaten gegründet. Infolge ihrer Bedrohung durch die muslimischen Anrainerstaaten wurden weitere Kreuzzüge durchgeführt, denen meistens kaum ein Erfolg beschieden war. Das Königreich Jerusalem erlitt 1187 in der Schlacht bei Hattin eine schwere Niederlage, auch Jerusalem ging wieder verloren. Mit Akkon fiel 1291 die letzte Kreuzfahrerfestung in Outremer.

Nach dem Ersten Kreuzzug wurde der Begriff „Kreuzzug“ auch auf andere militärische Aktionen ausgeweitet, deren Ziel nicht das Heilige Land war.

Zeittafel der Kreuzzüge

395 Nach der Teilung des römischen Imperiums gehört Palästina zum Oströmischen Reich.

637 Die Araber nehmen Palästina ein.

um 1000 Jerusalem-Wallfahrten werden immer beliebter. Bis 1078 haben christliche Pilger uneingeschränkten Zutritt zu den heiligen Stätten in Jerusalem.

1046-1075 Reform der Gesamtkirche, Reformpapsttum; Abspaltung der Ostkirche.

1048 In Jerusalem gründet sich ein Hospitalbruderschaft zur Betreuung der Pilger und Pflege der Kranken. Aus dieser geht später der Johanniterorden hervor. Die Tracht der Johanniter war ein schwarzer, im Krieg ein roter Mantel mit weißem Kreuz. Hauptsitz der Johanniter war ab 1306 Rhodos, ab 1350 Malta (daher Malteser), nach der Reformation kommt es zur Ordensspaltung. Der evangelische Zweig bestand unter dem Namen Johanniter weiter, der katholische Zweig als Maltesterorden. Nach der Vertreibung von Malta durch Napoleon hat der Orden seinen Sitz seit 1834 in Rom. Er ist heute ein kirchlicher Oden und Völkerrechtssubjekt mit diplomatischen Beziehungen zu über 80 Ländern.

1071 Schlacht von Manzikert, die türkischen Seldschuken nehmen Anatolien, Antiochia und Jerusalem ein. Auslöser für den 1. Kreuzzug.
1074 Erste Pläne für einen Kreuzzug zur Eroberung Jerusalems durch Papst Gregor VII., die Wirren des Investiturstreits verhindern aber die Umsetzung des Vorhabens.

1078 Türkische Seldschuken erobern Syrien und auch Jerusalem. Christliche Wallfahrten nach Jerusalem sind nicht mehr uneingeschränkt möglich.

1090-1153 Bernhard von Clairvaux, geboren um 1090 auf der Burg Fontaines bei Dijon, gestorben am 20. August 1153 in Clairvaux bei Troyes, mittelalterlicher Abt, Kreuzzugsprediger und Mystiker. Unter Ausnutzung seines diplomatischen Geschicks und seiner Redekunst arbeitete er erfolgreich am Zustandekommen des zweiten Kreuzzugs (1147-1149). Er war im nördlichen Frankreich, Flandern und in der Rheingegend für die Kreuzzüge.

1095 18. bis 28. November 1095, Synode in Clermont (Frankreich) unter Vorsitz von Papst Urban II. Es nehmen 182 Kardinälen, Bischöfen und Äbten aus Italien, Spanien und Frankreich und eine byzantinische Gesandtschaft teil. Am 27. November 1095 hält Papst Urban II. eine Rede, in der er die Volksmenge vor der Kathedrale von der Notwendigkeit eines Kreuzzugs überzeugt. Zum Ende der Rede nehmen die ersten den Ruf auf und bitten um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen. Papst Urban II. hält danach noch weitere Synoden in Tours und Rouen ab, um den Aufruf zum Kreuzzug zu verbreiten. Denjenigen, die den Ruf folgen, wird Ablass für ihre Sünden zugesagt. Unter dem Motto Gott will es! wird allen die ins Heilige Land ziehen versprochen, nie verwelkenden Ruhm im Himmelreich zu erlangen.

1096 Volkskreuzzug, Vorläufer des Ersten Kreuzzugs, wird auch als Bauernkreuzzug oder Armenkreuzzug bezeichnet. Er dauerte nur sechs Monate (April bis Oktober).
1096 Die muslimischen Herrscher über Jerusalem schließen die bisher allgemein zugängliche Pilgerstätte im Heiligen Land.

1096 Deutscher Kreuzzug, ist Teil des Ersten Kreuzzugs, allerdings richtet er sich nicht gegen Muslime, sondern gegen Juden. Die Predigten zum Ersten Kreuzzug verursachten vielerorts auch einen Ausbruch von Antisemitismus. Bereits 1095 soll es zu einem ersten Massaker gegen Juden im nordfranzösischen Rouen gegeben haben, 1096 breiteten sich diese antisemitischen Gewaltausbrüche auch in Deutschland aus.

1096-1099 1. Kreuzzug, Ziel ist Jerusalem. Zu diesen Kreuzzug hatte Papst Urban II. 1095 aufgerufen. Er sollte die Rückeroberung Palästinas von den Moslems erreichen. Angeführt wird der 1. Kreuzzug durch Gottfried von Bouillon. Er endet 1099 mit der erfolgreichen Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterherr und einem fürchterlichen Blutbad.

1097 Oktober: Die Belagerung von Antiochia beginnt, die Dürre und Hungersnot trieb die Kreuzzügler während der sieben Monate andauernden Belagerungszeit zeitweise in den Kannibalismus. Juni: Antiochia wird durch Verrat eingenommen.

1099 13. Januar: Das restliche Kreuzfahrerheer bricht in Richtung Jerusalem auf. Juni: Sie erreichen Jerusalem, das sich seit 1098 unter der Herrschaft der ägyptischen Fatimiden befindet. 13. Juni: Erster, aber erfolgloser Angriff auf Jerusalem. 15. Juli: Nach einem fünfwöchigen, verlustreichen Kampf nehmen die Kreuzfahrer Jerusalem ein. Die muslimischeund jüdische Bevölkerung Jerusalems wird umgebracht. Der christliche Staat Jerusalem wird gegründet, dessen Beschützer (sein Nachfolger nannte sich schließlich König) wird Gottfried von Bouillon.

1099 Der christliche Ritterorden der Johanniter wird in Jerusalem gegründet. Zunächst geht der Orden karitativen Aufgaben nach und die Johanniter unterhalten verschiedene Hospitäler. Hier können sich die Pilger von den Strapazen ihrer Reise erholen. Der militärische Zweig der Johanniter wird erst später entwickelt.

1101 Kreuzzug, wurde nach dem erfolgreichen Ersten Kreuzzug organisiert.

1109 Raimund von Toulouse errichtet an der syrischen Küste die Grafschaft Tripolis.

1120 Hugo von Payens (oder Payns), französischer Ritter gründet zusammen mit Gottfried von Saint-Omer und sieben weiteren Rittern eine Organisation, die Straßen und die christlichen Pilger sichern sollte, den Orden der armen Ritter Christi vom Tempel Salomon.

1147-1149 2. Kreuzzug, Ziel ist Jerusalem

1146 Kreuzzug gegen die Wenden, Sachsenherzog Heinrich der Löwe geht nicht mit Konrad III. auf den Zweiten Kreuzzug ins Heilige Land, sondern kämpft gegen die heidnischen Wenden (Westslawen), die in der Region zwischen Elbe und Oder bis nach Stettin siedelten.

1155 Friedrich Barbarossa wird zum Kaiser gekrönt.

1187 Sultan Saladin nimmt das christliche Königreich Jerusalem, geschwächt durch innere Ohnmacht und Thronwirren, ein.

1189-1192 3. Kreuzzug, Ziel ist Jerusalem. An ihm beteiligt sich auch der englische König Richard Löwenherz.

1190 Friedrich Barabarossa ertrinkt im Fluß Saleph.

1198-1216 Unter Papst Innozenz III. erreicht die päpstliche Machtstellung ihren Höhepunkt.

1199 Papst Innozenz III. bestätigt den Deutschen Orden.

1202-1204 4. Kreuzzug, am Ende wird Konstantinopel erobert und geplündert.

1209-1229 Beginn der Kreuzzüge gegen die Albigenser (Katharer) in Südfrankreich.

1212 Kinderkreuzzug

1217-1221 Kreuzzug, Ziel ist Ägypten

1228-1229 5. Kreuzzug, endet nach Verhandlungen durch einen Vertrag durch Kaiser Friedrich II. und Sultan Al-Kamil.

1234 Kreuzzug gegen die Stedinger Friesen. Dem Erzbischof von Bremen ging es um die Abgaben der Stedinger, die sie ihm aus politischen Gründen verweigerten. Die Aufständischen werden bei Altenesch vernichtet. Der Rest erkennt die Forderungen an.

1244 Endgültiges Ende der Albigenserkreuzzüge.

1248-1254 6. Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich gegen Ägypten.

1270 7. Kreuzzug unter Ludwig IX. von Frankreich, Ziel ist Tunis

1284-1285 Aragonesischer Kreuzzug

1291 Akkon, die letzte Festung der Christen im Heiligen Land, fällt. Ende der Kreuzzüge in Palästina.

1303 Die Christen geben ihre letzten Stützpunkt im Orient auf.

1309-1377 Babylonisches Exil der Päpste in avignon. Ende der päpstlichen Weltherrschaft.

1312 Der Templerorden wird durch den Papst offiziell aufgelöst.

1365 Kreuzzug gegen Alexandria, geführt von König Peter I. von Zypern

1396 Kreuzzug von Nikopolis

14. Jahrhundert Über 50 Kreuzzüge gegen die damals heidnischen Pruzzen und Litauer. Diese Kreuzzüge wurden vom Deutschen Orden Organisiert und auch als Reisen bezeichnet.

15. Jahrhundert Insgesamt vier Kreuzzüge gegen die Hussiten, Anhänger verschiedener reformatorischer beziehungsweise revolutionäre Bewegungen in Böhmen.

1443-1444 Kreuzzug gegen das Osmansiche Reich, dieser Feldzug wird als letzter Kreuzzug eingestuft. Er scheitert in der Schlacht bei Warna.

1453 Konstantinopel fällt

Quelle: www.kreuzzug.de / Zeittafel der Kreuzzüge


Johannes von Montfort (Jean de Montfort l'Amaury)

Johann I. von Montfort († 1249) war ein Graf von Montfort-l'Amaury. Er war ein Sohn des Grafen Amalrich VII. von Montfort und dessen Ehefrau Beatrix von Viennois.

Johann folgte seinem 1241 verstorbenen Vater als Graf nach. Er nahm 1248 am Sechsten Kreuzzug unter König Ludwig IX. von Frankreich nach Ägypten teil. Dabei starb er aber schon während der Überwinterung des Heeres auf Zypern. Begraben wurde er im Kloster Haute-Bruyère.

Johann war seit dem März 1248 verheiratet mit Johanna von Châteaudun, Herrin von Château-du-Loir, einer Tochter des Vizegrafen Gottfried VI. von Châteaudun. Das Paar hatte eine Tochter: Beatrix († 1311); ∞ 1260 mit Graf Robert IV. von Dreux Seine Witwe heiratete später Johann von Akko († 1296), einen Sohn Johanns von Brienne, Königs von Jerusalem.

"Der aus einem französischen Adelsgeschlecht* stammende Ritter, Mitglied des Templerordens, begleitete König Ludwig IX. 1248 auf dem 6. Kreuzzug. Er starb während der Heimreise in Zypern. Durch Wunder, die sich an seinem Grab ereignet haben, entstand in Nikosia eine Wallfahrt, bis 1571 die Türken Zypern besetzten."

* Graf Hugo XVI. von Montfort-Bregenz, ein eifriger Verfechter des Katholizismus in der Zeit der Reformation, hatte 1486 einen Brief aus Zypern erhalten, in dem seine Verwandtschaft mit dem Kreuzfahrer Jean bestätigt wurde. Graf Hugo beförderte nun die Entstehung eines Kultes, als Johannes wurde Jean zum Familienheiligen und Schutzpatron erkoren, seine Darstellung wurde auf Münzen, Miniaturen und Bildern in Kirchen verbreitet. Diese Überlieferung, die ihn als vom Bodensee stammend betrachtet und ihn als Helden des Glaubens im Kampf gegen den Unglauben zeichnet, lässt ihn 1177 in der Schlacht von Rama - dem heutigen Ramla - verwundet werden und in Nikosia sterben.

Quelle: www.heiligenlexikon.de / Biographien / Johannes von Montfort


















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